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Bericht im Usinger Anzeiger vom 15.5.2017

 

Ein Hoch auf den Akazienhof: Lara und Nicolas Fedorov präsentieren zum 25-jährigen Bestehen ihre Islandpferde. Foto: Götz

 

Foto: Götz/Usinger Anzeiger.

 

 

PFERDEZUCHT Islandpferde auf dem Akazienhof in Seelenberg / Andrew Fedorov und Frau Sabine feiern Jubiläum / Ludwig Gräf legte einst den Grundstein

SEELENBERG - (mgö). Es muss das Jahr 1966 oder 67 gewesen sein, als die ersten Islandpferde nach Seelenberg kamen. Die all ihre guten Eigenschaften eines echten Ponys mitbrachten, innerlich und äußerlich. Der Exportboom in den 50er/60er Jahren war der Kinderbuchautorin Ursula Bruns geschuldet, die dem Aufruf des isländischen Staatskonsulenten für Pferdezucht, Gunnar Bjarnason, folgte, der in Deutschland einen neuen Platz für die Tiere suchte, da angeblich die karge Insel nur einen Teil der jährlich geborenen Fohlen ernähren konnte, die ansonsten geschlachtet werden müssten. Damals kostete ein Fohlen 340 Deutsche Mark.

Was aber viel wichtiger war: Die robusten Pferde würden nur eine Wiese und einen Schuppen benötigen. Kein Reitplatz, keine Box, keine aufwendige Pflege. Zudem könnten sie mit ihrem rüttelfreien Tölt und starken Beinen Erwachsene tragen. Der Siegeszug des Islandpferdes in Deutschland war unaufhaltbar. Und so importierte auch Ludwig Gräf fünf Tiere in den Schmittener Ortsteil. Sie kauften neben dem schon stehenden Wanderheim einen Acker und bauten diesen als Ponyhof auf. In Schmitten galt „der Gräf“ als ein wenig verrückt, kaufte er doch Pferde in einer Zeit, als die Bauern ihre Tiere durch Traktoren ersetzten. Aber ab Mitte der 70er entdeckten immer mehr Städter die herrliche Natur und das Reiten.

Im Mai 1992 verunglückte Gräf tödlich. Andrew Fedorov sprang ein und kümmerte sich um die 40 Ponys, die die Sauwiesen beweideten und damit bis heute Landschaftspflege betreiben. Mit seiner Frau Sabine kaufte er 1995 den Islandponyhof und nannte ihn Islandpferdegestüt Akazienhof. Seither wuchs die Zahl der Islandpferde auf 100, die sich im rauen Klima unter dem Fuße des Großen Feldbergs im Taunus prächtig entwickeln. 25 Schulpferde stehen Anfängern und Fortgeschrittenen von sechs bis 87 Jahre zur Verfügung, die auf den Fünfgängern Schritt, Trab, Tölt, Pass und Galopp lernen. „Für die Sommerferien sind wir schon komplett ausgebucht“, erzählt Sabine, die als einziges Familienmitglied nicht im Sattel sitzt. „Deshalb funktioniert es auch“, schmunzelt Andrew, „denn einer muss sich ja um die ganze Organisation kümmern“.

Besonders stolz sind der Agrar-Ingenieur, Trainer C und API Prüfer und die gelernte Hotelfachfrau und Tierheilpraktikerin auf ihre Kinder. Lara ist mit ihren 13 Jahren die jüngste und Futurity Kid vom IPZV, hat schon ihr Reitabzeichen in Silber abgelegt und in der KL F2 den deutschen Meistertitel errungen. Zudem erhielt sie von Isibless den gestifteten Preis für eine äußerst vielversprechende junge Reiterin. Nicolas (19) ist Mitglied im Bundeskader Junger Reiter des IPZV Dachverbandes, Trainer B und mehrfacher Deutscher Jugendmeister. Alexander (21), API Prüfer, Träger des goldenes Reitabzeichen und etlichen Titeln, war der Beste seines Jahrganges in der Trainer B-Prüfung. Die pferdebegeisterte Familie hat auch in den nächsten Jahren viel vor. Ab Herbst werden vier Ferienwohnungen in dem früheren Wanderheim ausgebaut, die eigene Zucht steht auf erfolgreichen Beinen. Mit „Loftur frá Kambi“ und „Magni frá Snjallsteinshöfda 1“ stehen zwei aus Island importierte Hengste mit besten Reiteigenschaften zur Verfügung, die auch ihr exzellentes Exterieur vererben. Vier bis sechs Fohlen erwartet der Akazienhof jährlich. Neben dem regulären Reitschulbetrieb mit Ausritten bietet der Hof Reiterferien, Gruppenfreizeiten, Beritt und nimmt Pensionspferde. „Ab Sommer haben wir Plätze frei“, wirbt Andrew Fedorov für den idyllisch gelegenen Hof, der neben weitläufigen Weiden auch eine Ovalbahn, Round Pen, Laufstall und Reithalle bietet. Dabei spielt das Alter, ob Vier- oder Zweibeiner, keine Rolle, um sich auf dem Akazienhof wohlzufühlen. Kinder unter sechs Jahren dürfen auf dem Pferderücken erste Bekanntschaften schließen und wer weiß, wie lange so eine Freundschaft hält. Bester Beweis: Erika Kleinicke aus Wüstems, die im Juni 88 Jahre alt wird und seit 15 Jahren mit dem 30-jährigen Sölvi ins Gelände reitet. „Wenn ich drauf sitze, geht er los“, lacht Kleinicke, die erst mit 40 Jahren das Reiten erlernte, weil es ihr als Kriegskind verwehrt war.

 

 

 

 

Bericht der Taunus Zeitung vom 30.8.2016

 

 

 

Wehrheims Island-Pferde-Reiter Im Takt der Nähmaschine

Galoppieren verboten: Pass oder Tölt sind für „Isis“ angesagt – worauf sich die Reiter vom Hirtenhof äußerst gut verstehen.
Bahn frei für Nicolas Fedorov: Der Islandpferde-Reiter des Akazienhofs im Schmittener Ortsteil Seelenberg gilt als hochtalentiert. Foto: Sven Oliver Bayer Bahn frei für Nicolas Fedorov: Der Islandpferde-Reiter des Akazienhofs im Schmittener Ortsteil Seelenberg gilt als hochtalentiert.
Usinger Land. 

 

 

 

Die Hessenmeisterschaften der Islandpferde-Reiter auf dem Hirtenhof gegenüber dem Freilichtmuseum Hessenpark waren abgesehen für die aus ganz Hessen angereisten Teilnehmer, die organisatorisch perfekte Bedingungen vorfanden, auch für die Veranstalter von Erfolg gekrönt: Der Verein der Islandpferde-Reiter Wehrheim (IPRW) konnte sich nämlich über drei Hessentitel freuen.

Anna Lena Burk siegte im Sattel von Ösp vom Hirtenhof in der Pass-Prüfung PP1, war insgesamt aber nur auf Rang 4 platziert, da das Passrennen, wie alle Prüfungen im Rahmen der Meisterschaft, „offen“ war. Somit konnten auch Reiter aus anderen Bundesländern teilnehmen. Burg raste eben als beste Hessin durchs Ziel. Der zweite Titel ging an Lokalmatador Thorsten Weiss im Passrennen über 250 Meter. Weiss war mit seinem Pferd Skafti v. Ascheloh bereits im Vorjahr Hessenmeister geworden und konnte seinen Titel in hervorragenden 24,55 Sekunden verteidigen.

Beim besonders rasanten Speedpass über 100 Meter hatte das Paar dagegen Pech, pfeilschnell unterwegs zwar, aber: teilweise im Galopp. Und das führt zwangsläufig zum Ausschluss. Beim Passgang handelt es sich um eine Gangart im Zweitakt in zwei Phasen, bei der die gleichseitigen Beinpaare abwechselnd auffußen. Dazu sind nur Pferde aus der Gruppe der Gangpferde, darunter auch die Islandpferde, in der Lage.

Das von den Hufen auf dem brettharten Geläuf erzeugte Geräusch erinnert an den Takt einer Nähmaschine. Das Faszinierende: Sowohl beim Pass, als auch beim Tölt (zweite Spezialgangart der „Isis“) sitzt der Reiter so komfortabel im Sattel wie auf einem Sofa. Anders als beim Großpferd entsteht durch den Viertakt keine Vertikalbewegung. Dabei könnte man mit etwas Übung sogar ein Tablett auf dem Kopf transportieren . . .

Der perfekte Pass

Hessenmeistertitel Nummer drei ging an die Wehrheimerin Lisi Stadlbauer mit Helga RE frá Feti, die die 100 Meter in 8,39 Sekunden im perfekten Pass ohne Ausfallschritt auf die Bahn hämmerte – damit Dritte im Klassement, aber beste hessische Teilnehmerin.

Turniergastgeberin Nicole Rubel griff ebenfalls ins Renngeschehen ein und lag beim Tölt-Preis lange auf Goldkurs. Nach zwei von drei Aufgabenteilen führte sie souverän und hätte das Rennen wohl auch nach Hause gefahren, doch ihr Pferd Viljar vom Blauenberg war vor dem Finallauf unpässlich. Ein Eisen hatte es verloren, was so schnell nicht zu reparieren war.

Erfolgreich verlief die Meisterschaft auf eigener Anlage auch für Paulina Richter. Sie kam mit ihrem neuen Pferd Snarra vom Hirtenhof im Viergang der Jugend auf Rang zwei. Wenn sie auch erst seit kurzem ein Paar sind, verstehen sie sich aber schon perfekt. Bronze holten Luisa Lohbeck und ihr Pferd Korgur vom Fasanenhof. Mit Silber im Fünfgangpreis der Junioren gingen Alexander Fedorov und Magni frá Laugarbóli aus dem Oval, Fünfte: Nicolas Fedorov mit Glaesa. Die hochtalentierten Brüder kommen vom Akazienhof im Schmittener Ortsteil Seelenberg und entwickeln sich bereits zu Leistungsträgern. as

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Islandpferdegestüt Akazienhof Sabine und Andrew Fedorov | akazienhof@t-online.de